Wiener Bürgermeister Dr. Michael Häupl lud anlässlich der höchsten islamischen Feiertage, des Opferfests, am 24. Jänner 2005 die Muslime in Rathaus ein. Der Bürgermeister ging auf den Anlass des Festes ein und erinnerte daran, dass der Prophet Ibrahim, Abraham, für drei Weltreligionen ein wesentlicher Prophet sei. Wer gemeinsam die hohen Feste der Religionen feiere, könne auch sonst konstruktiv zusammen arbeiten. Menschen guten Willens seien hier zusammen gekommen, die der Gedanke der Solidarität verbinde, wie er gerade beim Opferfest unter dem Aspekt des Teilens besonders zum Tragen komme. Friede und Freiheit stellten zentrale Werte dar. Dr. Häupl fand an dieser Stelle klare Worte, um prägnant auf die Situation im Irak einzugehen. Freiheit dürfte nicht von einem Einzelnen bestimmt werden und sei nicht mit Gewehren zu exportieren. Friede und Freiheit könnten nur in Selbstbestimmtheit gedeihen. In Wien gelte wechselseitige Toleranz, ja mehr als das, ein Miteinander bestimme den Alltag.
Besonders berührend gestaltete sich die Übergabe des Gastgeschenks, das diesmal vom Irakhilfswerk überreicht wurde. Durch das humanitäre Programm der Stadt Wien konnten sechs schwer kranke irakische Kinder in Wiener Spitälern behandelt werden. Am Tag zuvor war der kleine Mustafa aus dem Tiefschlaf erwacht und konnte schon wieder sprechen. Seine Mutter übergab nun zusammen mit dem Vorsitzenden des Irakhilfswerkes DI Ahmad Hameed ein orientalisches Holzkistchen mit aufwendiger Intarsienarbeit.
Bei belegten Brötchen und Süßigkeiten ergab sich ein reges Gespräch, während dessen viele Gäste die Gelegenheit zu einem kurzen direkten Austausch mit dem Bürgermeister und den anderen anwesenden PolitikerInnen - der Stadträtin für Integration und Frauenfragen Mag.a Sonja Wehsely und dem Spitzenkandidaten für die anstehenden Wirtschaftkammerwahlen Fritz Strobl - nutzten. In der gelösten Atmosphäre fühlten sich alle wohl und könnten wohl dem Kommentar einer Besucherin zustimmen: „Heute ist mir richtig warm ums Herz geworden. Da können wir uns über ehrliche und herzliche Kontakte freuen. Wien ist unsere Stadt.“ |